Für andere Schulen und Elterninitiativen

Wenn Sie an einer anderen Schule vor demselben Problem stehen: Nehmen Sie sich, was Sie brauchen. Es ist quelloffen, es gibt nichts zu bezahlen und niemanden um Erlaubnis zu fragen.

Was Sie hier bekommen, ist kein Produkt und kein Angebot mit Unterstützung. Es ist der ehrliche Werkstattbericht einer Elterninitiative, die sich das selbst gebaut hat.

Was Sie brauchen

  • Einen Server. Bei uns ein netcup VPS Lite 2 G12s für rund 8 € brutto im Monat: 4 vCPU, 8 GB RAM, 160 GB SSD. Gemessen mit zwei Klassen und dem gesamten Unterbau: 4 bis 5 % Rechenlast, rund 43 % Arbeitsspeicher (Stand 4. August 2026). Für eine ganze Schule ist das reichlich bemessen. Es geht auch kleiner — der Arbeitsspeicher ist die knappere Größe, nicht die Rechenleistung.
  • Eine Domain.
  • Eine Person mit Grundkenntnissen in Linux und Kubernetes. Das ist die eigentliche Voraussetzung — nicht das Geld. Wer noch nie einen Server betrieben hat, sollte hier nicht anfangen; wer es beruflich tut, wird sich langweilen.
  • Zeit für den Aufbau, nicht für den Betrieb. Der laufende Betrieb ist ruhig; der Aufbau ist die Arbeit.

Was Sie kopieren können

Die Vorlage für eine Klassenseite: github.com/fws-maschsee/klassen-website-template

Eine Copier-Vorlage — Copier ist ein Werkzeug, das aus einer Vorlage plus ein paar beantworteten Fragen ein fertiges Projekt erzeugt. Eine weitere Klasse bekommt damit in Minuten ihre Website: Astro 5, Shipyard, geschützte Inhalte, Bau- und Auslieferungsautomatik, fertige Kubernetes-Manifeste.

Die Vorlage enthält außerdem, was uns Ausfälle beschert hat, mitsamt Begründung an Ort und Stelle. Wer eine dieser Vorsichtsmaßnahmen „aufräumt”, baut einen Ausfall nach, den es schon einmal gab. Die zwei teuersten:

  • Feste Versionsnummern für die @levino/*-Pakete statt "*". Eine freie Auflösung zieht eine Version, die eine neue Astro-Hauptversion voraussetzt, und der Bau bricht mit einer Fehlermeldung, die in eine ganz andere Richtung zeigt.
  • npm ci --omit=dev statt npm install im Abbild. Sonst enthält das ausgelieferte Abbild andere Versionen als die geprüften — und der Server stirbt beim Start mit einem fehlenden Modul, das lokal immer da war.

Die Organisation mit allem Übrigen: github.com/fws-maschsee

Das Infrastruktur-Archiv ist inzwischen privat — nicht wegen der Betriebsgeheimnisse, sondern weil dort Betriebsdetails eines laufenden Systems stehen. Wenn Sie hineinsehen möchten, fragen Sie; wir zeigen es.

Die Entscheidungen, die wir wieder so treffen würden

Ein Anmeldedienst für alles, nicht einer pro Anwendung. Der Aufwand fällt einmal an, die Ersparnis bei jeder weiteren Anwendung. Und beim Weggang einer Familie gibt es genau eine Stelle, an der der Zugang endet.

Eine getrennte Einheit pro Klasse, nicht eine Rechtevergabe pro Seite. Trennung durch Struktur statt durch Einstellungen. Eine Einstellung kann man vergessen zu setzen; eine Struktur nicht.

Inhalte als Textdateien, nicht in einer Datenbank. Eltern bearbeiten sie über eine Weboberfläche, ohne etwas zu installieren. Jede Fassung bleibt erhalten. Und wenn das ganze System morgen verschwände, blieben die Inhalte lesbar.

Personenbezogene Daten ausdrücklich NICHT in die Versionsverwaltung. Die wichtigste Regel von allen. Was einmal in einer Versionsgeschichte steht, bekommt man praktisch nicht mehr heraus — es steckt in der Historie, in jeder Kopie, in den Sicherungen. Mit dem Recht auf Löschung ist das unvereinbar. Personenbezogene Daten gehören in eine Datenbank, aus der man sie löschen kann. Ausführlich steht das im Datenschutz-Abschnitt.

GitOps statt Handarbeit auf dem Server. Kostet am Anfang mehr. Zahlt sich in dem Moment aus, in dem jemand anders übernehmen soll — und dieser Moment kommt bei einem Elternprojekt garantiert.

Domains nach der Klasse benennen, nicht nach der Lehrkraft. Unsere Vorgänger-Domains trugen den Namen der Klassenlehrkraft. An einer Waldorfschule wechselt die Klassenlehrkraft; die Adresse aber steckt dann schon in Lesezeichen und Kalender-Abos und lässt sich nicht mehr ändern. Benennen Sie nach der Klasse.

Und auf einer öffentlichen Projektseite gar keine konkreten Klassen nennen. Wer dort Klassennamen, Lehrkräfte und die Hostnamen der geschützten Seiten aufführt, gibt preis, welche Klasse welche Inhalte unter welcher Adresse liegen hat — über Menschen, die niemand gefragt hat. Die Zugriffskontrolle bleibt zwar wirksam, aber die Zuordnung selbst gehört nicht ins offene Netz. Die Zahl der beteiligten Klassen trägt das Argument vollständig; der Name trägt nichts bei.

Alte Adressen dauerhaft weiterleiten. Kalender-Abos brechen sonst still. Niemand merkt es, bis Termine fehlen.

Die Fehler, die wir gemacht haben

  • Den Klassennamen überall hineingeschrieben. Bei der ersten Klasse steckte er in 19 Dateien. Die Umbenennung war eine Suchen-und-Ersetzen- Aktion quer durch das Projekt. In der Vorlage steht er jetzt an genau einer Stelle.
  • Abbilder unter Emulation gebaut. Das erzeugt langsam und gelegentlich defekt. Bauen Sie jede Architektur auf einem Läufer eben dieser Architektur.
  • Zu spät gemerkt, dass ein Abbild anders aussieht als der geprüfte Bau. Seitdem wird jedes Abbild in der Automatik gestartet und geprüft, bevor es irgendwo landet.
  • Zu wenig darüber gesprochen, was das eigentlich ist. Diese Seite hier ist die Reaktion darauf. Wenn Sie so etwas an Ihrer Schule bauen, bauen Sie die Erklärung von Anfang an mit — und stellen Sie sie vor die Technik, nicht dahinter.

Der Rat, der am wenigsten technisch und am wichtigsten ist

Klären Sie früh, wem das gehört.

Ein Elternprojekt hat ein eingebautes Ablaufdatum: Die Kinder werden fertig, die Eltern gehen. Wenn bis dahin nicht geklärt ist, wer den Betrieb übernimmt, steht die Schulgemeinschaft eines Tages vor einem Dienst, den alle benutzen und niemand verantwortet.

Machen Sie von Anfang an unmissverständlich klar, dass es kein Angebot der Schule ist — im Namen, in der Adresse, auf jeder Seite. Und suchen Sie parallel das Gespräch mit denen, die es einmal übernehmen könnten. Nicht erst, wenn es fertig ist.

Fragen? Schreiben Sie uns. Auf Fragen von anderen Schulen antworten wir gern und ausführlich.